Die besten schwulen Fetisch-Bars in Berlin

Berlin hat einen Ruf wie Donnerhall, geht es um Fetisch-Bars und Clubs. Tatsächlich fällt die Auswahl schwer. Wer nur für einen kurzen Zeitraum nach Berlin kommt, kann kaum alle von ihnen besuchen. Place2be.Berlin-Autor Jeff Mannes kennt viele Fetisch-Bars aus eigener Anschauung und verrät hier seine sechs Lieblingsorte.

Tom’s Bar: Fetisch-Bar mit großer Geschichte

Für erste Schritte in Berlins schwuler Fetisch-Welt ist Tom’s Bar ideal geeignet. Problemlos kann man die Kneipe in normaler Straßenkleidung besuchen. Fetisch ist zwar kein Muss, wird aber dennoch gerne gesehen. Entsprechend oft besuchen Kerle in Fetisch-Klamotten die Bar, so dass ein angenehmer Mix entsteht. Die Bar blickt auf eine lange Geschichte im Kiez zurück und kann entsprechend mit vielen Anekdoten aufweisen. Eine trug sich Mitte der 80er-Jahre zu. Als damals die US-amerikanische Militärpolizei unerwartet die Bar kontrollierte, versteckte der Barkeeper anwesende US-Soldaten schnell im Darkroom-Keller. Hätte man sie in einer schwulen Bar erwischt, wäre dies für viele das Ende ihrer Karriere gewesen. Auch in meinem Leben spielt die Bar eine wichtige Rolle. Es war die erste Schwulenbar, die ich je besucht habe, lange, bevor ich nach Berlin gezogen bin. Interessiert hat mich an ihr schon ihr Name, der mich an Tom of Finland erinnert hat. Und der Besuch selbst war spannend und aufregend, nicht zuletzt wegen der Pornos, die überall auf den Bildschirmen laufen – und der Männer, die man in den Darkroom begleiten kann.

Tom’s Bar
Motzstraße 19, 10777 Berlin-Schöneberg
U Nollendorfplatz
Website von Tom’s Bar

Mutschmanns: Treffpunkt der Fetisch-Szene

Eine meiner Lieblingsbars ist das Mutschmanns, mit dem ich viele besondere Erinnerungen verbinde. Gerade ist es umgezogen, von der Martin-Luther-Straße einmal um die Ecke, in die Motzstraße. Es ist eine klassische kinky Cruising-Bar und ein bekannter Treffpunkt für schwule, bisexuelle und queere Männer, die sich in ihre Fetisch-Outfits werfen – von Leder-Daddys über Rubber-Bunnys bis zu Sportswear-Freaks. Der Treffpunkt in der Bar ist natürlich zuerst der lange Tresen. Wer aber unter sich bleiben will, kann sich auch an einzelne Tische setzen. Der rauen Atmosphäre entsprechend ist die Bar eingerichtet: Das Licht ist oft indirekt, es ist generell etwas dunkler. Je nach Abend gibt es unterschiedliche Veranstaltungen, die Website und die Facebook-Seite verraten die Details. Zu großen Events wie Folsom Europe immer im September sollte man das Mutschmanns nicht verpassen, dann trifft sich hier die ganze Community.

Mutschmanns
Motzstraße 30, 10777 Berlin-Schöneberg
U Nollendorfplatz
Website des Mutschmanns
Facebook-Seite des Mutschmanns

New Action: Wo Bar und Darkroom ineinanderfließen

Das New Action fällt schon durch sein einschüchterndes Logo an der Wand deutlich auf: Hier ist ein Mann abgebildet, der an die Kandare genommen wird, also das Zaumzeug aus dem Reitsport. In der “Men only”-Fetischkneipe gilt ein strikter Dresscode, der je nach Abend wechselt. Infos bietet die Website. Im vorderen Bereich besteht das New Action aus einer Bar mit Tresen, Tischen und einigen Stühlen. Weiter hinten dagegen gibt es einen Darkroom, der aus einem Labyrinth besteht. Im Gegensatz zu vielen anderen Bars mit Darkroom befindet sich der hier nicht im Keller, sondern auf der gleichen Ebene wie die Bar. Für mich fühlt sich das immer ein bisschen an, als wäre die Trennung zwischen Bar und Darkroom fließender und weniger scharf – eine Situation, die ich als angenehm unaufgeregt empfinde.

New Action
Kleiststraße 35, 10787 Berlin-Schöneberg
U Nollendorfplatz
Webseite des New Action

Lab.Oratory: Fetisch-Partys am Wochenende

Fotos streng verboten sind nicht nur im Berghain, sondern auch dem Lab.Oratory, das im gleichen Gebäude untergekommen ist. Das Lab geht bei vielen als härtester Sex- und Fetischschuppen der Stadt durch. Geöffnet hat er normalerweise nur für Männer, an wenigen Abenden sind auch andere Geschlechter willkommen. Die ausgefallenen Fetisch-Partys finden am Wochenende statt, welche genau gerade angesagt sind, verrät die Website. Dabei wechseln sich Partys für Klamottenfetische wie Rubber, Leder, Sportswear, Workwear oder Anzug und Krawatte ab mit Pisspartys, Fistingabenden und sogar Scat-Events. Es lohnt also, sich genau zu informieren, was jeweils gerade auf dem Programm steht.

Lab.Oratory
Am Wriezener Bahnhof, 10243 Berlin-Friedrichshain
S Ostbahnhof
Website des Lab.Oratory

Böse Buben: Verein für Spanking-Freunde

In Berlin gibt es auch auf BDSM spezialisierte Clubs und Vereine. Zu ihnen gehören die „Bösen Buben“, die voraussichtlich im Oktober 2021 nach der Corona-Pause wieder öffnen werden. Spezialisiert ist der Verein, der die Location trägt, und dessen Mitglieder auf Spanking und Flagellantismus, doch sind auch andere BDSM-Spielarten willkommen, zum Beispiel Bondage, Dominanz und Unterwerfung, Rollenspiele und CBT.

Böse Buben e.V.
Sachsendamm 76-77, 10829 Berlin-Schöneberg
S Schöneberg
Website der Bösen Buben

Der Club schlechthin für Fetisch-Partys: Das KitKat.

KitKatClub: Wer in Berlin Fetisch sagt, meint das KitKat

Das KitKat ist natürlich keine Bar, sondern ein Club. Aber: Wer in Berlin Fetisch sagt, kommt wohl kaum an der Samstagsparty des KitKatClubs vorbei. Der „CarneBall Bizarre“, meine Lieblingsparty, ist weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt und beliebt. Menschen aller Geschlechter und sexuellen Orientierungen treffen sich hier, und die Grenzen der verschiedenen Kategorien lösen sich gewissermaßen auf. Das KitKat ist voll ausgestattet mit mehreren Dancefloors, auf denen eine Auswahl der besten Techno-Musik der Stadt gespielt wird, einem Schwimmbad, Schaukeln, einer Sauna, einer großen Lounge-Area, in der manchmal eine Live-Band Jazz-Musik spielt, einem kleinen Süßigkeitenladen und jede Menge Play Areas für unterschiedliche Spielarten – von Bondage über SM bis hin zu Doktorspielen. Hier arbeiten hin und wieder auch Profis, so dass man manchmal eine Person plötzlich in Bondage von der Decke hängen sieht. Es gibt einen strikten Fetisch- Dresscode und am Eingang muss man sein Handy abgeben. Fotos sind im KitKat strikt verboten.

KitKatClub
Köpenicker Straße 76/Brückenstraße 1, 10179 Berlin-Mitte
U Heinrich-Heine-Straße
Website des KitKatClub

Weitere Informationen

Welche Fetisch-Bars in Berlin würdest du empfehlen? Schick uns deine Tipps, auf dem Instagram-Kanal von Place2be.Berlin!

Interessiert an einem Blick hinter die Fetisch-Kulissen? Im Place2be.Berlin-Podcast erzählt Fetisch-Schneiderin und Leder-Designerin Petra dos Santos über ihre Arbeit.

Tipps zu Bars und Clubs in Berlin bietet die Map der SIEGESSÄULE. Termine und Veranstaltungen findest du auch im SIEGESSÄULE-Terminkalender.

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