Vorhang auf! Entdecke queer-friendly Theater und Bühnen

Die Vielfalt von Veranstaltungsorten in Berlin kann überwältigen. Um die dir Auswahl zu erleichtern, empfiehlt Annabelle Georgen, Kulturredakteurin des queeren Berliner Stadtmagazins SIEGESSÄULE, zehn Häuser. Deren Gemeinsamkeit: Sie punkten regelmäßig mit einem Programm, das für Schwule, Lesben und die queere Community besonders interessant ist.

Eine der Lieblingsadressen des Berliner LGBTQI*-Theaterpublikums: Die "Bar jeder Vernunft"

Bar jeder Vernunft

Die „Bar jeder Vernunft“ ist ein Schmuckkästchen der Kleinkunst: In ihrem glänzenden historischen Spiegelzelt stehen regelmäßig große Namen der Chanson-, Kabarett- und Comedy-Szene Deutschlands in einer intimen Atmosphäre auf der Bühne. Die ist auch eine der Lieblingsadresse des Berliner LGBTQI*-Theaterpublikums. Zu der kleinen Künstler*innen-Familie der „Bar jeder Vernunft“ gehören u. a. die Geschwister Pfister, Tim Fischer, Maren Kroymann, Sven Ratzke und viele mehr.

Bar jeder Vernunft
Schaperstraße 24, 10719 Berlin-Wilmersdorf
U Spichernstraße
Website der Bar jeder Vernunft

Radikales Programm: Das "Maxim Gorki Theater"

Maxim Gorki Theater

Postmigrantisch, feministisch, queer – das kleinste der Berliner Staatstheater ist auch das radikalste in seinen künstlerischen und politischen Positionen. Auf der Bühne des „Maxim Gorki Theaters“ werden gesellschaftliche Themen wie Rassismus, LGBTQI*-Feindlichkeit, Migration oder Rape Culture regelmäßig be- und verhandelt. Queere Autor*innnen und Regisseur*innen wie Sasha Marianna Salzmann, Falk Richter oder Ersan Mondtag sind mit dem „Gorki“ eng verbunden. Unbedingt sehenswert: Das Revuetheaterstück „Alles Schwindel“, das den Geist der wilden, queeren Zwanziger flamboyant wiederbelebt. Außerdem veranstaltet das Gorki jeden Sommer das kleine Festival „Queer Week“.

Maxim Gorki Theater
Am Festungsgraben 2, 10117 Berlin-Mitte
U Museumsinsel
Website vom Maxim Gorki Theater

Trotz prachtvollem Innenraum wenig elitär: Die "Komische Oper"

Komische Oper

Unter der drei Hauptstadt-Opernhäuser ist die „Komische Oper“ die kleinste – und die am wenigsten elitäre: In ihrem prachtvollen neobarocken Innenraum werden neben ernsten Opernklassikern auch Operetten und zeitgenössische Musiktheaterstücke gezeigt, die ein breites Publikum anlocken. Dank seines Intendanten Barrie Kosky ist die „Komische Oper“ in der letzten Dekade zu einer queeren Hochburg in Berlin geworden. Der schwule australische Regisseur ist dafür bekannt, das klassische Repertoire immer mit einem Hauch von Gender Bending und Camp-Ästhetik zu „queeren“. Unsere Lieblingsklassiker im Repertoire sind „Die Perlen der Cleopatra“ und „Ball im Savoy“.

Komische Oper
Behrenstraße 55-57, 10117 Berlin-Mitte
U Unter den Linden
Website der Komischen Oper

Brutstätte zeitgenössischer Tanzströmungen: Die "Sophiensæle"

Sophiensæle

Die „Sophiensæle“ sind eine Brutstätte zeitgenössischer Performance- und Tanzströmungen. Viele internationale junge queer-feministische Künstler*innen wie Florentina Holzinger, Nora Chipaumire, das Kollektiv Henrike Iglesias oder Rita Mazza treten dort auf. Nicht verpassen sollte man das hauseigene Festival „Tanztage“, das jedes Jahr im Januar stattfindet.

Sophiensæle
Sophienstraße 18, 10178 Berlin-Mitte
U Weinmeisterstraße
Website der Sophiensæle

Heimat vieler queerer Kabarett-Stars: Das "BKA-Theater"

BKA-Theater

Versteckt im Dachgeschoss eines Kreuzberger Altbaus ist die „Berliner Kabarett Anstalt“, die von ihrem Stammpublikum liebevoll „BKA“ genannt wird, mit der Berliner LGBTQI*-Community seit ihrer Gründung in den 1980er-Jahren eng verbunden. Viele lokale Größen stehen regelmäßig auf der kleinen Bühne, wie der berühmte Travestie-Komiker Ades Zabel mit seiner legendären Figur Edith Schröder, die lesbische Kabarettistin Sigrid Grajek oder die Dragqueen Jurassica Parka, die die Late-Night-Show „Paillette geht immer“ aufführt.

BKA-Theater
Mehringdamm 34, 10961 Berlin-Kreuzberg
U Mehringdamm
Website vom BKA-Theater

Gewagte Inszenierungen: Die "Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz"

Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz

Mit dem schwulen Regisseur René Pollesch als Intendanten hat im Jahr 2021 eine neue Ära an der berühmten „Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz“ begonnen. Die „Volksbühne“ ist stolze Vertreterin des ehemaligen Ost-Teils der Hauptstadt. Neben Theater stehen dort auch eine Menge Konzerte und Lesungen auf dem Programm. Namen von internationalen queeren Schauspieler*innen und Musiker*innen tauchen immer wieder auf dem Spielplan auf.

Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz
Linienstraße 227, 10178 Berlin-Mitte
U Rosa-Luxemburg-Platz
Website der Volksbühne

Die aktuelle Show "20 20 – Die 20er Jahre Variété Revue" im "Wintergarten"

Wintergarten

Der „Wintergarten“ kann auf eine lange Geschichte zurückblicken: Das kultige Variététheater hatte seine Pforten bereits Ende des 19. Jahrhundert erstmals geöffnet – damals noch in Berlin-Mitte. In den „Goldenen Zwanzigern“ performte dort u. a. die lesbische Kabarettsängerin Claire Waldoff. Weil das ursprüngliche Gebäude während des Zweiten Weltkriegs durch einen Bombenangriff zerstört wurde, zog der „Wintergarten“ um. Die neue Location liegt im Stadtteil Tiergarten. Die aktuelle Show „20 20 – Die 20er Jahre Variété Revue“ ist eine wilde Mischung aus Akrobatik, Burlesque und Chanson, und wird von einem fulminanten schwulen Conférenciers-Duo moderiert: Dem Regisseur Markus Pabst und dem Entertainer in High Heels Jack Woodhead.

Wintergarten
Potsdamer Straße 96, 10785 Berlin-Tiergarten
U Kurfürstenstraße
Website vom Wintergarten

Schauspieler auf der Bühne des "Berliner Ensemble"

Berliner Ensemble

Benannt nach Bertolt Brechts Kompanie ist das „Berliner Ensemble“ eine Institution in der deutschen Theaterlandschaft. Die Stücke des weltberühmten Dramatikers sind heute immer noch fester Bestandteil des Repertoires. Ein Highlight ist die neue Inszenierung der „Dreigroschenoper“: Unter der Regie des Staropernregisseurs Barrie Kosky bekommt das Meisterwerk von Bertolt Brecht und Kurt Weill einen aufregenden queeren Glanz. Sehenswert ist auch der Klassiker „Baal“ in einer bildmächtigen Inszenierung des jungen schwulen Regisseur Ersan Mondtag.

Berliner Ensemble
Bertolt-Brecht-Platz 1, 10117 Berlin-Mitte
S + U Friedrichstraße
Website vom Berliner Ensemble

Zeitgenössischem Zirkus und Akrobatik widmet sich das "Chamäleon Theater"

Chamäleon Theater

Das „Chamäleon Theater“ ist ein echter Hingucker: Es ist in der berühmten Kulisse der Hackeschen Höfen zuhause. Die sind ein durch Gänge verbundenes Netzwerk aus Innenhöfen mit in Jugendstil geschmückten Außenfassaden. Damit gehören die Hackeschen Höfe zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten Berlins. Das „Chamäleon Theater“ widmet sich zeitgenössischem Zirkus und Akrobatik und ist eine wichtige Etappe für internationale Kompanien, die in Europa touren.

Chamäleon Theater
In den Hackeschen Höfen, Rosenthaler Straße 40/41, 10178 Berlin-Mitte
S Hackescher Markt
Website vom Chamäleon-Theater

"ugly duckling" mit Drag-Queen Judy LaDivinia im "Deutschen Theater".

Deutsches Theater

Das „Deutsche Theater“ zählt zu den wichtigsten Sprechtheatern Berlins. Sein Fokus liegt auf deutschsprachigen Autor*innen. Dazu zählen renommierte Namen wie René Pollesch oder Rosa von Praunheim. Unser Lieblingsstück aus dem Repertoire: „ugly duckling“ vom schwulen Regisseur Bastian Kraft, der Andersens berühmtes Märchen über das Anderssein den Biografien von Berliner Dragqueens gegenüberstellt.

Deutsches Theater
Schumannstraße 13a, 10117 Berlin-Mitte
U Oranienburger Tor
Website vom Deutschen Theater

Weitere Informationen

Apropos Bühne und Theater: Place2be.Berlin-Botschafter Tarik Tesfu zeigt dir in diesem Video seine kulturellen Lieblingsorte in Berlin-Mitte!

Und so kommst du hin: Mit dem Queer City Pass erhältst du einen Fahrschein für die öffentlichen Verkehrsmittel – und obendrauf noch Rabatt bei vielen Partnerunternehmen!

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Interessante queere Locations überall in Berlin zeigt dir der Place2be.Berlin-Stadtplan.

Eine komplette Übersicht über alle Veranstaltungen für jeden einzelnen Tag findest du auf den Terminseiten der SIEGESSÄULE, Berlins großem queeren Stadtmagazin.

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