Ein perfektes schwules (Kultur-)Wochenende in Berlin!

Jede Leidenschaft kann man in Berlin ausleben und dabei Gleichgesinnte finden – egal, ob nur für ein Wochenende oder für immer. Das liebt Place2be.Berlin-Autor Sascha Suden an der Hauptstadt. Seit 20 Jahren lebt der gebürtige Kölner in Berlin. Besonders beeindruckt ihn seither das schwule und queere Kulturleben, in dem sich verrücktesten, aufregendsten und abgefahrensten Typen treffen. Hier verrät er, wie ein perfektes Wochenende für ihn aussieht.

Donnerstag: Ankunft und Check-In

Schon bei der Ankunft verspricht Berlin die Qual der Wahl: Zahlreiche Hotels und Pensionen haben sich auf queere Gäste eingestellt. Wer sich etwas gönnen möchte, kann sich aber auch ein Zimmer im Soho House buchen. Zwar kann man nicht „in Bed with Madonna“ liegen, aber mit Glück in einem Bett, in dem die Königin des Pop einst schlummerte. Denn sie logierte während ihrer Europatour im Soho House. Genau wie viele andere Promis, darunter Heidi Klum, Kim Cattrall, Daniel Craig und George Clooney, der auch schon in der Sauna gesichtet wurde. Reese Witherspoon saß einmal sogar auf dem Sofa neben mir. Abgesehen davon bietet das Soho House einen Pool in der 8. Etage sowie einen atemberaubenden Blick in Richtung Fernsehturm und jüdischer Synagoge. Wer sich kein Zimmer nehmen möchte: Das Restaurant im Erdgeschoss und der Shoppingbereich sind ebenfalls empfehlenswert.

Soho House Berlin
Torstraße 1, 10119 Berlin-Mitte
U Rosa-Luxemburg-Platz
Website des Soho House Berlin

Donnerstagabend: Hallo Berlin! Die Ankunft feiern

Angekommen und frisch gemacht kann man schon am Donnerstagabend den Party-Spirit Berlins erleben. Dann lädt die legendäre Chantal zum „House of Shame“ in den „Suicide Circus“ an der Warschauer Straße. Sofort weiß man hier, warum man in der Corona-Zeit Partys so schmerzlich vermisst hat: Es wird gelacht, sich umarmt und die ganze Nacht gemeinsam getanzt – auf zwei Floors mit Charts und House. Chantal moderiert immer noch eine Drag-Show. Und wer bis 6:30 Uhr durchhält, wird mit einem der schönsten Sonnenaufgänge Berlins belohnt: Einfach von der nahen Warschauer Brücke der Spree beim Fließen zuzusehen und der Sonne beim Wachwerden. Sehr romantisch!

Chantals House of Shame
Im Suicide Circus, Revaler Straße 99, 10245 Berlin-Friedrichshain
S+U Warschauer Straße
Website von Chantals House of Shame

Ein Traum für leidenschaftliche Kuchenesser wie Place2be.Berlin-Autor Sascha Suden: Das Café Kalwil in Schöneberg.

Freitag: Tolle Cafés genießen

Nach einer langen Partynacht sollte man erstmal ausschlafen. Und dann ein schönes Café aufsuchen. Zum Beispiel das Café Kalwil im schwulen Nollendorfkiez. Vor allem für Liebhaber alter Oma-Cafés mit Sofas und Kronleuchter sowie leidenschaftliche Kuchenesser ist das Café ein Traum. Auch die Torten sind eine Verheißung. Egal ob Trauben-Blaubeer-Kuchen oder Mascarpone-Erdbeer, jeder Bissen ist die Sünde wert. Wer für Kaffee und Kuchen keine Zeit hat, sollte irgendwann im Laufe des Tages wenigstens ein Eis von Vanille & Marille probieren. Sizilianische Pistazie oder Macadamia mit Tonka sind ebenfalls ein Gaumentraum.

Café Kalwil
Motzstraße 30, 10777 Berlin-Schöneberg
U Nollendorfplatz
Website des Café Kalwil

Vanille & Marille
Motzstraße 17, 10777 Berlin-Schöneberg
U Nollendorfplatz
Website des Vanille & Marille

Schöner Shoppen: Das KaDeWe in Schöneberg.

Freitagnachmittag: Shopping im KaDeWe

Frisch gestärkt bietet sich der Freitag zum Shoppen an, denn die Läden sind weit weniger überfüllt als am Wochenende. Wer es traditionell mag, kann zwei touristische Berlin-Highlights miteinander verknüpfen. Currywurst essen im KaDeWe. Im 6. Stock kann man in der kulinarischen Abteilung neben Austern und fantastischen Macarons für 9,50 Euro eine Original Berliner Currywurst bekommen. Toller Ausblick inklusive.

Kaufhaus des Westens (KaDeWe)
Tauentzienstraße 21-24,10789 Berlin-Schöneberg
U Wittenbergplatz
Website des KaDeWe

Freitagabend: Queer Ausgehen am Holzmarkt

Wer in der Gegend bleiben will, kann anschießend die Kneipen und Bars im Nollendorfkiez zwischen den U-Bahnhöfen Nollendorfplatz, Wittenbergplatz und Viktoria-Luise-Platz unsicher machen. Zu einem queeren Hotspot hat sich aber auch der Holzmarkt in Friedrichshain direkt an der Spree entwickelt. Cafés und Geschäfte sind einen Besuch wert, und Restaurants gibt es auch, etwa das Pampa und Spreelunke und der Katerschmaus. Nach dem Essen bietet sich der Club Yaam zum Feiern an.

Yaam
An der Schillingbrücke 3, 10243 Berlin-Friedrichshain
S Ostbahnhof
Website des Yaam

Holzmarkt
Holzmarkt 25, 10243 Berlin-Friedrichshain
S+U Jannowitzbrücke
Website des Holzmarkt

Geschichte erkämpfen: Ausstellung im Schwulen Museum in Tiergarten.

Samstag: Galerien und Museen entdecken

Der Samstag steht dann endlich ganz im Zeichen der Kultur. Tagsüber laden Galerien und Museen auf einen Besuch ein, darunter die Galerie Deschler. Dort findet derzeit eine Hommage an die LGBTQI+-Ikone Volker Spengler statt, dem ehemaligen Fassbinder-Schauspieler. Großartig inszenierte Bilder, die der legendäre Berghain-Türsteher Sven Marquardt fotografierte und Regisseur Nicholas Mockridge inszenierte. Im Urban Nation wird derzeit bei kostenlosem Eintritt die sechs Jahrzehnte umfassende Retrospektive der Fotografin Martha Coopers gezeigt. Zu empfehlen ist auch das Schwules Museum, das mit seinen spannenden Ausstellungen nicht nur die queere Community, sondern auch viele Heteros anzieht. Neben der Irène Mélix-Schau „Lonely Hearts“ läuft eine sehr engagierte Ausstellung zu HIV: ArcHIV begibt sich auf Spurensuche der Aidsgeschichte anhand der thematischen Aids-Ausstellungen von „Infektiös“ (1992) bis „Intimacy“ (2020). Im Oktober 2021 öffnet mit „Mercury Rising“ die erste Ausstellung zu inter* Personen. Geplant ist eine spektakuläre Raumstation mit multimedialen Wandinstallationen. Künstler*innen sind unter anderem Cult of Rae, Rebekka Swan und Money Mitchell.

Galerie Deschler
Auguststraße 61, 10117 Berlin-Mitte
U Rosenthaler Platz
Website der Galerie Deschler

Urban Nation
Bülowstraße 7, 10783 Berlin-Schöneberg
U Nollendorfplatz
Website des Urban Nation

Schwules Museum
Lützowstraße 73, 10785 Berlin-Tiergarten
U Nollendorfplatz
Website des Schwulen Museum

Beste Abendunterhaltung in Clärchens Ballhaus in Mitte: Erst Tango-Stunden nehmen, dann im Restaurant Schlemmen.

Samstagabend: Kultur pur bei Aufführungen und Shows

In der Kultur-Metropole Berlin ist mit ein paar Museen und Galerien noch lange nicht das Ende der Fahnenstange erreicht. Weil Karten schnell vergriffen sind, sollte man Theater- und Showbesuche allerdings rechtzeitig planen. Dann aber steht einem Abend mit den schon als Klassiker zu bezeichnenden Geschwister Pfister im Tipi am Kanzleramt nichts im Weg. Unterhaltsame Produktionen hat auch die Berliner Kabarett Anstalt (BKA) im Programm, demnächst mit der „Operette für 2 schwulen Tenöre“. Und im Berliner Ensemble beeindruckt die Dreigroschenoper von Barrie Kosky: Leicht inszeniert mit einem wunderschönen Bühnenbild von Glittervorhang bis Scherenschnitt. Wenige Meter neben dem Berliner Ensemble lässt sich im Friedrichstadtpalast die größte Theaterbühne der Welt bewundern. Auf dem Programm steht „Arise“, ein grandioses Showspektakel, dass an die großartigen Revuen der Vergangenheit anschließt. Leicht ins Gespräch – und vielleicht ins Schwitzen – kann man in Clärchens Ballhaus kommen. Das ist eines der letzten erhalten Ballhäuser aus dem 20. Jahrhundert, und in dessen Spiegelsaal wird nach wie vor Tango gelehrt. Anschließend sollte man die leckere Küche genießen.

Tipi am Kanzleramt
Große Querallee, 10557 Berlin-Tiergarten
U Bundestag
Website des Tipi am Kanzleramt

BKA-Theater
Mehringdamm 34, 10961 Berlin-Kreuzberg
U Mehringdamm
Website des BKA-Theater

Berliner Ensemble
Bertolt-Brecht-Platz 1, 10117 Berlin-Mitte
S+U Friedrichstraße
Website des Berliner Ensemble

Friedrichstadtpalast
Friedrichstrasse 107, 10117 Berlin-Mitte
S+U Friedrichstraße
Website des Friedrichstadtpalast

Clärchens Ballhaus
Auguststraße 24, 10117 Berlin-Mitte
S Oranienburger Straße
Website von Clärchens Ballhaus

Entspannung und Cruising sind im Boiler garantiert, Berlins schwuler Sauna.

Sonntag: Abenteuer erleben in der schwulen Sauna oder in Parks

Wer nach all der Kultur noch Kraft zum Cruisen hat (oder sich einfach nur entspannen will), sollte in den Boiler gehen. Mittlerweile ist das Berlins einzige hippe schwule Sauna. Sensationell ist der Pool. Von einer der Saunen aus kann man sogar unter dessen Wasseroberfläche schauen. Aber auch die Berliner Parks bieten sich an zum schwulen Cruisen: Etwa der Volkspark Friedrichshain am Mahnmal der Spanienkämpfer, die Hasenheide, oder traditionell der Tiergarten an der Löwenbrücke.

Boiler
Mehringdamm 34, 10961 Berlin-Kreuzberg
U Mehringdamm
Website des Boiler

Weitere Informationen

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Tipps für Hotels in Berlin findest du übrigens auch auf der Place2be.Berlin-Website!

Viele weitere aktuelle Informationen zu allen Berliner Wochenenden bietet der SIEGESSÄULE-Terminkalender!

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