Lesbische Eskapaden: ein Wochenende im rastlosen Berlin

Ein lesbisches Wochenende in der Hauptstadt kann überfordern! Tausend Eindrücke prasseln auf Reisende ein: Begegnungen mit alten und neuen Freund*innen, Partys, Kneipen, Kunst, Performances, Museen, Historisches und vieles mehr. Von Fetisch bis Klassik ist für alle etwas dabei. Um die Auswahl etwas zu erleichtern, entwirft Place2be.Berlin-Autorin Julia Vorkefeld für euch ein perfektes lesbisches Wochenende. Insider-Tipps inklusive, denn Julia ist eine waschechte Berliner Pflanze, die die sich ewig ändernde Stadt stets genau beobachtet.

Samstagvormittag: Ab in den hippen Wedding!

Wer an das coole Szene-Berlin denkt, hat mittlerweile zumeist Neukölln im Sinn. Aber Neukölln ist nur einer von zwölf Stadtbezirken. Und gerade in letzter Zeit ziehen immer mehr hippe Events auch in den Wedding, im Norden der Stadt. Neben großen Grünflächen wie dem Volkspark Rehberge oder dem Plötzensee hat der traditionelle Arbeiter*innenbezirk für Lesben einiges zu bieten – vor allem einen entspannten Vibe. Um den so richtig genießen zu können, empfehle ich, einen vollen Tag für den Wedding zu reservieren. Los geht‘s mit einem veganen Frühstück im queeren Café Curly. Morgens stehen wohlschmeckende Pfannkuchen auf der Speisekarte. Wer lieber abends kommt, kann bei einem Bier vom Fass aber auch kleine Konzerte erleben. Und manchmal trifft sich hier sogar der queere Strick-Club!

Curly
Adolfstraße 17, 13347 Berlin-Wedding
U Nauener Platz
Website des Curly

Zeitgenössische Kunstausstellungen im Wedding, über die ganz Berlin spricht: Das SAVVY Contemporary.

Samstagmittag: Zeitgenössische Kunst genießen

Frisch gestärkt geht es ins SAVVY Contemporary, um zeitgemäße Kunst genießen. Seit zwölf Jahren stellt das SAVVY Contemporary state-of-the-art-Kunst aus, die sich mit aktuellen Diskursen auseinandersetzt und damit neue Standards für den städtischen Kulturbetrieb gesetzt hat. Neben Kunst kann ich auch das hausinterne Schallplatten-Label SAVVY Records empfehlen!

SAVVY Contemporary
Reinickendorfer Straße 17, 13347 Berlin-Wedding
S+U Wedding
Website des SAVVY Contemporary

Samstagnachmittag: Entspannen am Plötzensee

Nach der harten Kopfarbeit (und eigentlich nicht nur dann) lohnt sich ein Trip zum Plötzensee. Entweder, um gemütlich am Ufer abzuhängen, oder um im Sommer das Strandbad zu besuchen. Dort finden immer wieder Partys statt, ab und zu auch explizit queere. Weniger trubelig aber ebenso schön: Sich mit einem Ruderboot auf der „Plötze“ treiben zu lassen. Der Bootsverleih kann gar nicht übersehen werden, denn der See ist recht übersichtlich. Während der Saison hat der Verleih bis 19:00 Uhr geöffnet. Eine Stunde paddeln kostet 8 Euro.

Strandbad Plötzensee
Nordufer 26, 13351 Berlin-Wedding
Tram Virchow-Klinikum
Website des Strandbad Plötzensee

Samstagabend: Rebellen im Wedding besuchen

Ein Tag an der frischen Luft macht Hunger, und gegen den helfen Burger. Knurrende Mägen versorgt der Rebel Room mit verschiedenen veganen Optionen. Fleischessende kommen ebenfalls auf ihre Kosten. Besonders empfehlenswert sind die Curly Fries mit veganer Mayo. Anschließend geht es zum nahegelegenen Leopoldplatz. In der Gegend befindet sich eine queer-feministische Institution, nämlich das Café Cralle. Seit 1977 werden im feministischen Kneipenkollektiv Bier und andere Getränke ausgeschenkt. Ein idealer Ort zum Einkehren für einen Apéro oder zum Warm-Up vor langen Berliner Nächten. Unter der Woche gibt es im Café Cralle auch lesbische Filmabende und jeden letzten Donnerstag im Monat trifft sich ein FLINT*-Stammtisch.

Rebel Room
Seestraße 93, 13347 Berlin-Wedding
U Seestraße
Website des Rebel Room

Café Cralle
Hochstädter Straße 10A, 13347 Berlin-Wedding
U Leopoldplatz
Website des Café Cralle

Samstagnacht: Party in Berlin

Wer noch nicht müde und stattdessen im Partymodus ist, muss den gemütlich Wedding nun leider verlassen. In Bezug auf Partys gibt es hier noch Nachholbedarf. Aber die Feierlustigen finden in der Stadt je nach Geschmack und Façon unzählige Möglichkeiten. Zum Beispiel die Partyreihen „Gegen“ im berühmt-berüchtigten KitKatClub und „Buttons“ im Club Ost oder die Clubs ://about blank in Friedrichshain und – natürlich – das SchwuZ in Neukölln.

Gegen
Partyreihe im KitKatClub
Köpenicker Straße 76/Brückenstraße 1, 10179 Berlin-Mitte
U Heinrich-Heine-Straße
Website der „Gegen“

Buttons
Partyreihe im Club Ost
Alt-Stralau 1-2, 10245 Berlin-Friedrichshain
S Treptower Park
Facebook-Seite der „Buttons“

://about blank
Markgrafendamm 24c, 10245 Berlin-Friedrichshain
S Ostkreuz
Website des ://about blank

SchwuZ
Rollbergstraße 26, 12053 Berlin-Neukölln
U Rathaus Neukölln
Website des SchwuZ

Sonntagmorgen: Mit dem „Thaipark“ in den Tag starten

Nach einer langen Partynacht beginnt der Sonntag ruhig mit einem kulinarischen Antikater-Streifzug zum „Thaipark“ im sonst doch so biederen Wilmersdorf. Am Fehrbelliner Platz befindet sich nämlich der größte Thai-Streetfood-Markt der Stadt (und vielleicht des Landes). An bis zu 100 Ständen locken alle erdenklichen Köstlichkeiten der asiatischen Küche. Die Verdauung erleichtert ein Nap auf der Liegewiese. Vorher aber unbedingt die Termine auf der Website checken!

Thaipark im Preußenpark
An der Brandenburgischen Straße, 10707 Berlin-Wilmersdorf
U Konstanzer Straße
Website des Thaipark

Sonntagmittag: Sightseeing auf zwei Rädern

Anschließend empfiehlt sich eine kurze Cruise mit einem E-Roller durch die Innenstadt. So eine Tour auf einem Vespa-Verschnitt bringt Spaß, ist romantisch und bläst frische Luft ins Gesicht und durchs Hirn. Für das Instagram-Foto geht‘s mit dem Roller einmal um die Siegessäule. Das ist zwar Klischee, aber trotzdem schön!

Informationen zu den Anbietern
Einen Überblick zu verschiedenen Anbietern bietet berlin.de

Ein Must-Go für lesbische und queere Reisende: Die Kneipe Oya in Kreuzberg.

Sonntagnachmittag: Lesbisches Kreuzberg

Von der Siegessäule führt die Route quer durch die Stadt zum Oya in Kreuzberg. Das ist ein relativ neues queer-feministisches Kneipenkollektiv in der Mariannenstraße und besonders für queere PoC-Reisende fast schon ein Must-Go. Denn abgesehen vom ausgezeichnete Bier bietet das Oya auch politische Workshops für queere PoCs. Außerdem liegt das Café direkt in der historisch bedeutsamen Schokofabrik. Hier besetzten vor 40 Jahren mutige Frauen ein Gebäude, um sich nach ihren eigenen Bedürfnissen einen Safe Space aufzubauen. Das Haus beherbergt unter anderem auch einen Hamam – ideal für kalte Tage in Berlin!

Oya
Mariannenstraße 6, 10997 Berlin-Kreuzberg
U Görlitzer Bahnhof
Facebook-Seite des Oya

Schokofabrik
Mariannenstraßen 6, 10997 Berlin-Kreuzberg
U Görlitzer Bahnhof
Website der Schokofabrik

Sonntagabend: Das Wochenende ausklingen lassen

Vom Oya aus kann der Abend auf zweierlei Art fortfahren. Entweder ein Stückchen weiter im Süden, im Kino Moviemento. Dort findet jährlich im Herbst das Pornfilmfestival statt. Aber auch ansonsten bietet das Kino ein diverses, alternatives und einfach sehenswertes Programm. Wem der Sinn stattdessen nach amourösen Abenteuern steht, kann vom Oya direkt Richtung Görlitzer Park gehen und dort das Wochenende im Club Culture Houze bei einer FLINT*-Sexparty ausklingen lassen.

Moviemento
Kottbusser Damm 22, 10967 Berlin-Kreuzberg
U Schönleinstraße
Website des Moviemento
Website des Pornfilmfestival

Club Culture Houze
Görlitzer Straße 71, 10997 Berlin-Kreuzberg
U Görlitzer Bahnhof
Website des Club Culture Houze

Weitere Informationen

Übrigens: DJ İpek stellt ihr queer-lesbisches Kreuzberg in einem Video vor. Und die Sängerin Wilhelmine zeigt dir lesbische und andere Orte, die für sie seit ihrer Kindheit wichtig sind.

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Viele weitere Ideen für Veranstaltungen und Events findest du auch im Terminkalender der SIEGESSÄULE!

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