DJ İpeks Tipps für Kreuzberg

İpek İpekçioğlu zählt zu den bekanntesten Gesichtern der Berliner LGBTIQ-Community. Was sie am queeren Kreuzberg besonders mag, verrät sie hier!

Die Kreuzberger Atmosphäre erleben

Kreuzberg 36 ist der südöstliche Teil Kreuzbergs. Er heißt so, weil die alte Postleitzahl, die längst nicht mehr benutzt wird, „SO 36“ lautete. Kreuzberg 36 hat einen gewissen Ruf: Es gilt als rau, als offen und ehrlich. Vielleicht haben ein paar Menschen Angst vor Kreuzberg und denken: Oh, es wird mit Drogen gedealt, man sieht Kriminelle und Kanaken. Und ich muss zugeben: Als ich vor über 32 Jahren aus dem Wedding nach Kreuzberg gezogen bin, hatte ich auch meine Gedanken. Aber jetzt frage ich mich: Wovor eigentlich? Heute ist mir klar, dass Kreuzberg 36 auch ein Ort ist, an dem die alternative queere und auch die feministische Szene zuhause ist. Dadurch ist Kreuzberg 36 für mich einer der diversesten, queersten Orte, voller alternativer Kultur. Ich schätze dessen kulturelle Diversität ebenso wie die Gender Diversität, die ich hier finden kann. Zwar will ich jetzt auch nicht behaupten, Kreuzberg 36 sei das reinste Paradies. Aber es ist dennoch einer der Orte Berlins, in denen queere Personen am besten abhängen können.

Kreuzberg 36
Straßenzüge rund um die Oranienstraße
U Kottbusser Tor und U Görlitzer Bahnhof

İpek İpekçioğlu erkundet den queeren Kiez in Berlin-Kreuzberg gerne mit dem Roller.

Im SO36 bei Gayhane zu Musik aus dem Nahen und Mittleren Osten tanzen

Mitgeprägt wurde Kreuzberg 36 durch das SO36. Schon seit mehr als 40 Jahren finden hier Veranstaltungen statt, darunter auch viele queere. Eine von ihnen ist die Party Gayhane, die es auch schon seit mehr als 24 Jahren gibt. Dort bin ich Resident DJ. Gayhane ist der HomOriental Dancefloor. Monatlich kommen dann queere BIPoCs (Black, Indigenous, People of Color) und andere zusammen, die Musik aus dem Nahen und Mittleren Osten mögen. Also zum Beispiel arabische, türkische, persische oder kurdische Musik. Obwohl es auch Performances gibt, ist Gayhane eigentlich eine Tanzparty. Ansonsten wird im SO36 von Techno, Pop über Rock, Indie bis Hip-Hop alles Mögliche gespielt. Das SO36 ist ein echter Community-Laden und wird von einem Kollektiv geführt.

SO36
Oranienstraße 190, 10999 Berlin-Kreuzberg
U Kottbusser Tor
https://www.so36.com/

Alternative queere Bars wie das Oya machen den Berliner Bezirk Kreuzberg aus.

Die Flint*-Community im Oya kennenlernen

Die Bar Oya gibt es seit ungefähr drei Jahren. Geführt wird auch sie von einem queeren Kollektiv aus PoCs und Nicht-PoCs. Im vergangenen Jahr hat Oya den Flint*(Frauen, Lesben, inter, nicht-binäre und trans Personen)-Pride organisiert. Immer wieder äußern sie sich sozialpolitisch und sind auch darüber hinaus sehr aktiv innerhalb der Szene. Denn neben der Bar organisieren immer wieder tolle Events und Konzerte. Das Oya ist also mehr als nur eine Bar.

Oya
Mariannenstraße 6, 10997 Berlin-Kreuzberg
U Kottbusser Tor
https://www.facebook.com/oyacafekneipe/

İpek İpekçioğlu vor dem Roses, einer der beliebtesten schwulen Bars in Berlin.

Roses

In Kreuzberg 36 gibt es mit dem Roses auch eine der bekanntesten Gay Bars der Stadt. Seit mehr als 25 Jahren treffen sich im Roses auf der Oranienstraße mitten in Kreuzberg 36 vor allem schwule Männer. Wer die Stadt besucht, sollte hier vorbeischauen!

Roses
Oranienstraße 187, 10999 Berlin-Kreuzberg
U Kottbusser Tor

Ficken 3000

Am Hermannplatz, wo sich Kreuzberg und Neukölln treffen, gibt es das Ficken 3000, das auf türkisch oft „Figen Abla“ genannt wird. Das ist ein türkischer Frauenname – es müssen ja nicht alle Umstehenden wissen, dass wir eigentlich vom Ficken 3000 sprechen. Die meisten Sexclubs in Berlin sind nur für schwule Männer geöffnet. Nicht so das Ficken 3000, das auch immer wieder eine Lesben-Night organisiert. Das ist schon eine echte Besonderheit!

Ficken 3000
Urbanstraße 70, 10967 Berlin-Kreuzberg
U Hermannplatz
https://www.ficken3000.com

Das Jane Doe ist eigentlich eine Bar und ein Restaurant. Oft legen hier aber auch queere Musiker*innen auf.

Jane Doe

Obwohl das Jane Doe streng genommen nicht mehr in Kreuzberg liegt, sondern im benachbarten Norden Neuköllns, fühlt es sich noch wie Kreuzberg an. Ich gehe gerne dort hin, auch weil das Jane Doe-Team immer wieder versucht, queere BIPoCs, also vor allem Immigrants, in das Programm einzubeziehen.

Eigentlich ist das Jane Doe ein Restaurant mit Bar, aber immer wieder gibt es dort kleinere Events, mit DJs oder Live-Bands. Am Tag der Clubkultur trat dort die Burlesque Performancegruppe "Queerberg" auf, bei der queere Geflüchtete aus dem Nahen und Mittleren Osten mitmachen. Und sowieso: Das Essen schmeckt super, und die ausgefallenen Cocktails auch.

Jane Doe
Pannierstraße 12, 12047 Berlin-Neukölln
U Hermannplatz
https://www.instagram.com/jane_doe_bar/?hl=de

Im Kreuzberger Club Gretchen, einem queeren Safe Space, spielte İpek İpekçioğlu mit ihrer Band am Tag der Clubkultur im Oktober 2020.

Gretchen

Wieder in Kreuzberg, allerdings etwas weiter westlich, gibt es mit dem Gretchen einen Konzert- und Performance-Space, in dem auch DJ-Events stattfinden. Manchmal sind meine Band und ich dort auch schon aufgetreten. In jedem Fall ist das Gretchen ein sehr freundlicher Ort und dabei auch sehr queer friendly. An einigen Abenden finden dort FLINT*-Abende statt oder tolle Lesben- oder Schwulenpartys.

Gretchen
Obentrautstraße 19-21, 10963 Berlin-Kreuzberg
U Möckernbrücke
https://www.gretchen-club.de/

Weitere Informationen

Du willst mehr vom queeren Kreuzberg sehen? İpek İpekçioğlu stellt den Kiez auch in einem Video vor.

Warst du schon einmal in Kreuzberg? Was hat die dort gut gefallen? Berichte uns davon, auf dem Instagram-Kanal von Place2be.Berlin!

Diese und viele andere queere Orte in Kreuzberg und ganz Berlin findest du auf der SIEGESSÄULE Map.

Ein Projekt der SIEGESSÄULE
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