Film ab! Queere Filmfestivals in Berlin

„Kann man ohne Filme leben? Never!“ ist das Motto von Lena Braun. Die Drehbuchautorin und Regisseurin liebt das queere Kino. Hier stellt sie Berliner Filmfestivals vor, die sich auf schwule, lesbische und queere Filme spezialisiert haben.

Heimat des Pornfilmfestival Berlin: das Kino Moviemento

Pornfilmfestival Berlin: Das einzige Festival des (queeren) Porno in Deutschland

Nicht nur Sex, sondern auch Politik, Feminismus und Genderfragen sind Themen des Pornfilmfestival Berlin. Das einzige Festival seiner Art in Deutschland präsentiert jedes Jahr rund 100 Filme aus aller Welt. Podiumsdiskussionen, Vorträge, Lesungen, Workshops, Performances und Ausstellungen umrahmen das Filmprogramm. Gegründet wurde es im Jahr 2006 durch den Filmemacher und Produzenten Jürgen Brüning, um das Genre Pornografie, das ja zum Gähnen stupide sein kann, künstlerisch, gesellschaftlich und philosophisch neu zu deuten. Das Pornfilmfestival ist eindeutig weiblich-feministisch und künstlerisch-alternativ und zeigt das Genre von seiner besten Seite. Auch etwa die Hälfte der Zuschauer ist weiblich – und das will etwas heißen! Das Festival wird von einem engagierten vierköpfigen Team organisiert und findet statt im ältesten Kino Deutschlands, dem Moviemento in Berlin-Kreuzberg.

Pornfilmfestival Berlin
25.-30.10.2022
Im Kino Moviemento
Kottbusser Damm 22, 10967 Berlin-Kreuzberg
Website des Pornfilmfestival Berlin

Ein Highlight der Berlinale 2022: Der Film "Bashtaalak sa’at" von Mohammad Shawky Hassan.

Teddy Award: Queeres Kino im Rahmen der Berlinale

Zum 72. Mal startet am 10. Februar 2022 die Berlinale – das Filmereignis in Berlin schlechthin. In diesem Jahr beeindruckt das Festival-Programm mit zahlreichen queeren Highlights. Zu sehen ist unter anderem François Ozons neuer Film "Peter von der Kant", der die Filmfestspiele eröffnet. Der Regisseur wagt darin eine Neuinterpretation des Spielfilmklassikers "Die bitteren Tränen der Petra von Kant" unter einem schwulem Blickwinkel. Tolle Bilder verspricht zudem "Bashtaalak sa’at" von Mohammad Shawky Hassan. Der Regisseur setzt sich in seinem Film mit den Geschichten aus Tausendundeiner Nacht auseinander und verwebt diese unter anderem mit Grindr-Dates.

Mit dem diesjährigen Berlinale-Programm scheint sich auch der Anspruch des Teddy Awards zu erfüllen. Das Ziel des Preises: schwule, lesbische und queere Filme sollen mehr professionelle Aufmerksamkeit erfahren. Seit 1987 ist der Teddy Teil der Berlinale und wird in den Kategorien Kurz-, Dokumentar- und Spielfilm vergeben. Tatsächlich ging das Konzept von Beginn an auf. Denn erster Preisträger wurde der spanische Regisseur Pedro Almodóvar für seinen Film „Das Gesetz der Begierde“, in dem ein damals noch weitgehend unbekannter Antonio Banderas die Hauptrolle spielte. Im selben Jahr wurde zudem der Regisseur Gus Van Sant für seine Kurzfilme ausgezeichnet. Beide Regisseure wurden anschließend zu Weltstars. Die Teddys sind knuffige Bronzebären auf Berliner Pflastersteinen und wurden vom schwulen Comiczeichner Ralf König entworfen. Alljährlich ist ihre Verleihung ein glamouröser Höhepunkt im kulturellen Kalender Berlins.

Teddy Award
Im Rahmen der Berlinale
16.-26.02.2023
Website der Berlinale
Website des Teddy Award
Viele detaillierte Informationen zum queeren Programm der Berlinale 2022 bietet die SIEGESSÄULE.

Provozierend: Im Kurzfilm "Hundefreund" geht's um schnelle Dates, BDSM und eine unerwartete Rassismus-Diskussion.

XPOSED Queer Film Festival: Queere Geschichten aus aller Welt

Wer sich zwischen aktuellen Filmen und queeren Klassikern nie so recht entscheiden kann, sollte sich das Programm des XPOSED Queer Film Festival genauer anschauen, denn es vereint beides – und bietet dadurch die Chance, auch Entwicklungen queeren Lebens auf der Leinwand zu verdeutlichen. Gegründet wurde es im Jahr 2006 durch den Schauspieler und Produzenten Bartholomew Sammut. Damals wie heute ist zu spüren, welch leidenschaftlichen Spaß das Festivalteam hat, wenn es queere Geschichten aus aller Welt aufspürt und die schönsten für uns heraussucht. Dabei entsteht ein unterhaltsames, schräges Programm politisch links von der Mitte. Viele der gezeigten Arbeiten machen Schluss mit gewohnten Ansichten und zeigen, dass das Leben auch ganz anders hätte spielen könnte!

XPOSED Queer Film Festival
In verschiedenen Berliner Kinos
Vorrausichtlich im Frühjahr 2023
Website des XPOSED Queer Film Festival

Szene aus dem Film "Girls Girls Girls", einem der Highlights des "Queerfilmfestivals".

"Queerfilmfestival": Herausragende nicht-heterosexuelle Filme aus aller Welt

Auf den großem Filmfestivals laufen immer wieder tolle queere Filme. Die besten zu sammeln und als Auswahl gebündelt zu präsentieren hat sich das Team des "Queerfilmfestival" zur Aufgabe gemacht. Im Jahr 2022 findet es zum vierten Mal statt und zeigt die Mehrzahl der Filme als deutsche Erstaufführungen. Eröffnet wird es in diesem Jahr durch den Film "Peter von Kant". François Ozons Film basiert auf den "Bitteren Tränen der Petra von Kant", einem Klassiker Rainer Werner Fassbinders aus dem Jahr 1972. Daneben präsentiert das Festival zahlreiche weitere Filme, wie "Soll ich dich einem Sommertag vergleichen?" von Mohammad Shawky Hassan und "Sublime" von Mariano Biasin aus Argentinien. Wer also Lust hat auf die besten queeren Filme des Jahres sollte das "Queerfilmfestival" nicht verpassen!

Queerfilmfestival
Voraussichtlich im Spätsommer 2023
Website des Queerfilmfestivals

Weitere Informationen

Lust auf Kunst und Kultur in Berlin? Die Multimedia-Künstlerin Sanni Est stellt dir in diesem Video unter anderem ihre liebsten Galerien und Museen vor!

Hast du vor, zu einem Filmfestival nach Berlin zu fahren? Buche lieber rechtzeitig deine Unterkunft! Tipps zu queeren Hotels haben wir hier zusammengestellt.

Und so kommst du hin: Mit dem Queer City Pass erhältst du einen Fahrschein für die öffentlichen Verkehrsmittel – und obendrauf noch Rabatt bei vielen Partnerunternehmen!

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Interessante queere Locations überall in Berlin zeigt dir der Place2be.Berlin-Stadtplan.

Eine komplette Übersicht über alle Veranstaltungen für jeden einzelnen Tag findest du auf den Terminseiten der SIEGESSÄULE, Berlins großem queeren Stadtmagazin.

Texte: Lena Braun

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